Die Vorzeichen vor dem Rückrundenauftakt in Betzingen waren für die Eninger Bezirksklasse-Handballer denkbar schlecht. Mit Harald Reinhardt und Jonas Fischer fiel der etatmäßige Mittelblock aus. Am Kreis war auf dem Papier lediglich Carlo Hefner dabei, der sich allerdings nach wenigen Minuten verletzte. Auch im Rückraum fehlten abermals die Alternativen. Weitere Stammspieler waren angeschlagen oder hatten Trainingsrückstand. Trotz alldem ging der TSV Eningen in der harzfreien Betzinger Halle als Favorit in die Partie. Allerdings waren zwei zehnminütige Schwächephasen letztlich zu viel, um etwas zählbares mitzunehmen. In einer wahren Torschlacht zog man mit 41:36 (20:20) den Kürzeren.
Den Vorzeichen entsprechend lief auch der Start ab. Der TSV Betzingen legte treffsicher los, Eningen startete im Angriff komplett ideenlos und hechelte bereits nach acht Minuten einem 8:3-Rückstand hinterher. Erst als der eigentliche Torwart Lucas Maier als Kreisläufer aufs Feld kam, kam etwas Spielfreude auf. Maier nutzte direkt das erste Anspiel zu seinem ersten Tor. Dazu kamen noch zwei weitere Treffer sowie mehrere herausgeholte Siebenmeter. Einer der wenigen Lichtblicke auf Eninger Seite in einem sehr schwachen Spiel. Nach und nach kämpften sich die Gäste nun zurück ins Spiel und schafften bis zur Halbzeit sogar den Ausgleich, die Partie blieb also offen. Nach der Pause erzielte Axel Baum, der ebenfalls am Kreis einsprang, dann die erste Eninger Führung der gesamten Partie (21:22; 34. Minute). Nach dem 26:26 (43.) sorgten Emanuel Pavlovic und zwei Mal Danny Groß sogar für eine Drei-Tore-Führung (45.), die Partie schien sich plötzlich in Richtung der Eninger gedreht zu haben. Beim 31:33 (51.) waren es nochmals zwei Tore Führung, doch nun kam ein erneuter Einbruch. Die Kräfte schienen nach der großen Aufholjagd am Ende – unkonzentrierte Abschlüsse, technische Fehler und Fehlpässe häuften sich. Die Gastgeber dagegen blieben konzentriert und nutzten diese Schwächephase gnadenlos aus. Maximilian Hagenloch glich beim 36:36 (58.) nochmals aus, die Partie war eigentlich nach wie vor offen, doch in den letzten beiden Spielminuten hatten die Grünhemden einen kompletten Blackout. Fünf Gegentreffer kamen in diesen beiden Minuten hinzu – wodurch der Endstand wesentlich deutlicher ist, als der Spielverlauf vermuten lässt.
Zu den schlechten Vorzeichen kam noch hinzu, dass die Gastgeber zwei Spieler aus dem Verbandsliga-Kader der ersten Mannschaft im Einsatz hatten, die gemeinsam für 19 Treffer verantwortlich waren. Es ist sehr schade, dass es die Regularien zulassen, Spieler aus einem vier (!) Ligen höheren Team einzusetzen und ebenso schade, dass dies von den Nachbarvereinen schamlos ausgenutzt wird. Für kleine Vereine sind solche Regeln ein riesiger Nachteil. Nichtsdestotrotz hat sich der TSV die unnötige Niederlage aufgrund der vielen eigenen Fehler und der Schwächephasen selbst zuzuschreiben.
Es spielten: M. Fischer, Bussmann – Baum (3), Renner, K. Groß (2), Bühler (2), Hagenloch (2), Maier (3), Pavlovic (7), Hespeler (3), Groß (11/6), Hefner, Quang (3)
